Wie bin ich Bayern-Fan geworden? Teil 1

Mich haben schon häufiger Menschen gefragt wie und warum ich Bayernfan geworden bin. Gerade Personen, die mich erst seit kurzem kennen oder gerade erst kennenlernen, stempeln mich oft mit dem Prädikat "Erfolgsfan" ab. In solchen Situationen denke ich mir, dass man falscher gar nicht liegen kann. Und ich erzähle euch jetzt wieso.

 

Angefangen hat alles im Jahre 2002. Genauer gesagt am 30.06.2002, dem Tag des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft in Japan und Korea. Das Finale zwischen Deutschland und Brasilien war das erste Fußballspiel, an das ich mich bewusst erinnere. Deutschland verlor das Spiel mit 2:0 und ich weiß noch, wie ich nach dem Spiel in den Garten gegangen bin um selbst gegen den Ball zu treten. Genaugenommen wollte ich gar nicht gegen den Ball treten. Ich wollte ihn halten. Der Grund: OLIVER KAHN. Auch wenn er an diesem Endspieltag einen Schuss von Rivaldo nur unglücklich vor die Füße von Ronaldo abprallen lassen konnte, der mit diesem Treffer die Brasilianer auf Siegeskurs brachte, war ich trotzdem beeindruckt und fasziniert von Oliver Kahn.

 

Und da Kahn zu dieser Zeit im Tor des FC Bayern stand, kam ich über Titan Oli im Alter von sechs Jahren mit dem FC Bayern München in Berührung. Es dauerte danach nicht lange bis ich mein erstes Kahn-Trikot hatte und mein Vater Tickets für ein Spiel ergattern konnte. Es ging zu meinem ersten Bayernspiel ins Fritz-Walter-Stadion zum 1.FC Kaiserslautern. Von dem Spiel selbst weiß ich nur noch, dass wir den Anstoß verpasst haben weil wir relativ weit Weg vom Stadion parken und folglich eine ewig scheinende Wanderung auf den Betzenberg machen mussten. Der FC Bayern gewann souverän duch Tore von Michael Ballack und Roque Santa Cruz mit 2:0 und ich war unendlich glücklich Oli Kahn einmal live gesehen zu haben. Wobei es nach der Partie noch besser wurde!

 

Ich frage mich bis heute, wie mein Vater es geschafft hat, mit mir ins Stadioninnere zu gelangen. Wir sind von außen durch eine weder verschlossene noch bewachte Tür und dann noch eine kleine Treppe nach oben gegangen und plötzlich standen wir mit einigen Journalisten vor der Umkleidekabine des FC Bayern!!! Heutzutage wäre das absolut undenkbar. Nun standen wir da und beobachteten wie Michael Ballack und Co. die Kabine verließen und in den Aufzug vor mir stiegen. Ich konnte mir, wahrscheinlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich erst sechs Jahre alt war, mit Leichtigkeit Autogramme ergattern. Zuerst von Uli Hoeneß, dann von Ballack, aber insgeheim wartete ich natürlich auf Oli Kahn. Er verließ als Letzter die Kabine und ging schnurstracks an allen, auch mir, vorbei und stieg in den Aufzug. Wer schon mal sein Kindheitsidol live getroffen hat, weiß, dass man in solchen Momenten komplett überfordert ist. Ich brachte kein Wort heraus und schaute auf zu ihm. Ich weiß es hört sich jetzt wirklich kitschig an und das ist es auch aber Kahn drehte sich im Aufzug um, die Türen begannen schon sich zu schließen, als er mich im letzten Moment noch erblickt. Was macht Oli? Hält die Fahrstuhltür auf, kommt raus auf mich zu, gibt mir und NUR mir ein Autogramm, steigt zurück in den Fahrstuhl, dreht sich noch mal zu mir und zwinkert mir zu. Unfassbar. Einfach unfassbar. Mein Idol ist extra für mich nochmal aus dem Aufzug gestiegen um mir ein Autogramm zu geben und hat mir sogar noch zugezwinkert.

 

Ich bekomme heute noch jedes Mal Gänsehaut wenn ich daran zurückdenke. Und durch dieses besondere Ereignis bin ich endgültig am FC Bayern München hängen geblieben. Danke Oliver Kahn!!! Allerdings ist noch viel passiert bis ich zu dem Bayernfan wurde, der ich heute bin. Was genau, das erfahrt ihr in den nächsten Teilen "Wie bin ich Bayernfan geworden".

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0